Technion Haifa am „Galileo“-Projekt für Navigationssysteme beteiligt
Ein Konsortium, an dem das Technion beteiligt ist, entwickelt einen „Verkehrspolizisten“ für Weltraum-Satelliten
Das Verkehrsaufkommen im Weltraum nimmt zu und macht eine genaue Satellitennavigation erforderlich. Ein von israelischen Wissenschaftlern entwickeltes System erreicht eine Genauigkeit bis auf wenige Zentimeter
Ein Konsortium, an dem das Technion (die Technische Universität Haifa) beteiligt ist, nimmt am „Galileo“-Projekt der Europäischen Union für Navigationssysteme teil. Dies ist das einzige Konsortium, das bis heute die Teilnahme an dem Projekt der wissenschaftlichen Sparte gewonnen hat.
„Der Verkehr im Weltraum hat zugenommen. Es gibt viele Satelliten und ihre Zahl steigt. Deshalb brauchen wir einen ‚Verkehrspolizisten’, der Zusammenstöße zwischen Satelliten im Weltraum verhindert“, erklärt Dr. Pini Gurfil von der Faculty of Aerospace Engineering am Technion in Haifa, der am Galileo-Projekt teilnimmt. „Wir entwickeln Software für einen Receiver von Galileo, der von jedem Satellit Informationen sammeln und dann wissen wird, wie Position und relative Geschwindigkeit bis auf wenige Zentimeter genau zu berechnen sind. Das System wird die Satelliten automatisch steuern. Darüber hinaus wird das System Formationsflüge von Satelliten ermöglichen.“
Die Geschäftsführung von Galileo hat den Verbrauchermarkt aufgeteilt: In eine kommerzielle Sparte, eine Sparte für die zivile Nutzung (Rettungssuche, Luftraumkontrolle) und in eine wissenschaftliche Sparte. Das Konsortium, an dem das Technion beteiligt ist, ist das einzige, das in der wissenschaftlichen Sparte aktiv ist. Weitere Teilnehmer sind: Chalmers University in Schweden, das Forschungsinstitut der Czech Academy of Sciences, die Royal Meteorological Society in Großbritannien, die Unternehmen Starlab und Atos Origin (Geschäftsbereich Spanien) sowie IFREMER – das französische Forschungsinstitut für Meernutzung.
Das Galileo -Projekt ist das europäische GPS. Seine Dienstleistung ist jederzeit verfügbar und kostenfrei. Der erste Satellit des Projekts wurde im Dezember 2005 von Kasachstan aus gestartet. Nach europäischen Angaben ist Galileo genauer als das amerikanische GPS. Die nördliche Hemisphäre soll noch besser erfasst und die Angaben über den Standort des Benutzers sollen verlässlicher werden. Am Ende des Prozesses wird Galileo 30 Satelliten in drei Erdumlaufbahnen haben. Die Kosten werden bei 1 Millionen Euro liegen.
In der wissenschaftlichen Sparte des Projektes kann nur teilnehmen, wer einen von der Geschäftsführung von Galileo ausgeschriebenen Wettbewerb gewinnt. Bis heute hat nur das Konsortium, in dem das Technion beteiligt ist, eine solche Ausschreibung gewonnen.