Tipps für Geschäftsreisen

Wie in jedem andere Land dieser Welt sollten Sie auch in Israel einige Regeln beim Umgang mit Ihrem Geschäftspartner kennen. Wir bieten Ihnen hier die wichtigsten Informationen über Anreise, Reisen im Land, Umgang mit israelischen Geschäftspartnern und weitere für einen Aufenthalt in Israel nützliche Tipps.

 

Bei weiteren Fragen steht Ihnen auch jederzeit das AICC Generalsekretariat zur Verfügung. Wir wünschen Ihnen schon jetzt einen erfolgreichen und schönen Aufenthalt in Israel.

Terminplanung

In der Regel kann man seine Besuche und Gespräche termingerecht abwickeln. Es sollten jedoch alle Terminvereinbarungen schriftlich, z.B. per Email, getroffen werden, da mündliche Vereinbarungen und Verabredungen zu Missverständnissen führen könnten. Zur zweckmäßigen Terminplanung ist es notwendig, Feiertage, Urlaube und andere Besonderheiten des israelischen Alltags zu berücksichtigen. Israel verfügt über ein modernes Telekommunikationsnetz, das den wesentlichen Standard entspricht. Die Post und private Kurierdienste offerieren gut funktionierende Dienste. Das Mobiltelefonnetz ist sehr gut ausgebaut; Sie können vor Ort SIM Karten für das israelische Netz erwerben, und so kostengünstig innerhalb Israels telefonieren.

Zeitpolster bei Terminen einkalkulieren

Bei der Planung einer Reise sollten Sie einen gewissen Zeitpolster einkalkulieren. Jerusalem ist die Hauptstadt des Landes mit allen Ministerien und Regierungsämtern, Tel Aviv die wirtschaftliche Metropole. Bei Terminen mit Regierungsstellen und sonstigen Behörden kann es wegen dortiger schwerfälliger Entscheidungsprozeduren zu Verzögerungen und anderen Problemen kommen. Bei Kontakten mit privaten Firmen sind dagegen schnelle Entschlüsse und verpflichtende Antworten eher die Regel als die Ausnahme. Geschäftsleute können in Israel leicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Wer über unvorhergesehene Zeitreserven verfügt oder nicht nur geschäftliche Interessen besitzt, kann das umfangreiche kulturelle bzw. touristische Angebot des Landes nutzen.

Keine Sprachprobleme

Österreichische Besucher in Israel werden kaum Sprach- oder Kommunikationsprobleme haben. Die jüngere Generation versteht und spricht zwar kaum noch Deutsch, doch man kann sich auf Englisch gut verständigen. Französisch ist weniger verbreitet. Eine gut informierte und redigierte englische Tageszeitung übermittelt dem Besucher einen ausführlichen Einblick in lokale und internationale Ereignisse.

Reisevorbereitungen

Selbst eine sehr kurzfristig geplante Geschäftsreise nach Israel kann einfach und unproblematisch durchgeführt werden. Austrian Airlines bietet täglich  Flüge ab Wien nach Tel Aviv an, mit El-Al erreichen Sie Tel Aviv siebenmal in der Woche (Flugzeit ca. 3,5 Stunden). Reisende dürfen sich ohne Visum bis zu 3 Monate im Land aufhalten. Der Reisepass muss bei der Einreise noch 6 Monate gültig sein. Reisende müssen ihre Wiederausreise (Rückflug oder Weiterreiseticket) sowie genügend Geldmittel (Bargeld, Kreditkarte etc.) für den Aufenthalt nachweisen können. Die Benutzung eines Fahrzeuges mit gültigem österreichischen Führerschein ist gestattet. Für in der EU zugelassene KFZ wird die grüne Versicherungskarte anerkannt.

 

Am internationalen Flughafen Ben Gurion von Tel Aviv kann man zwischen Taxi, Bus oder Mietwagen wählen. Das Angebot ist reichhaltig. Etwas zehn internationale und lokale Gesellschaften bieten modernste Mietwagen in allen Klassen an. Die diesbezüglichen Arrangements können in Österreich vor dem Abflug oder bei der Ankunft erledigt werden.

Nach der Ankunft

Bei der Ankunft in Tel Aviv sollten Sie, falls Sie nicht von Ihrem israelischen Geschäftspartner abgeholt werden, bei der Wahl eines Taxis umsichtig sein. Wilde Taxifahrer identifizieren ihre Opfer sehr leicht und verlangen von ihnen Phantasiepreise, oft auch in fremder Währung. Es gibt auf dem Flughafen einen geordneten Taxiservice mit geregelten Preisen und Quittung für die Fahrt nach Tel Aviv oder Jerusalem. Das bei uns gebräuchliche Trinkgeld für den Fahrer ist in Israel nicht üblich.

 

Zur Vermeidung von Umrechnungsproblemen sollten Sie schon bei der Ankunft an einem Bankschalter des Flughafens etwas Geld in Schekel wechseln. Die überflüssigen Schekel können Sie bei der Abreise wieder gegen EURO eintauschen. Für in Israel gekaufte Waren, Geschenksartikel oder Souvenirs wird die Mehrwertsteuer am Bankschalter nach der Zoll- und Passkontrolle am Flughafen rückerstattet. Bei der Bezahlung der Hotelrechnung und anderer touristischer Leistungen in ausländischer Währung oder mit einer internationalen Kreditkarte entfällt bei Ausländern die Erhebung der Mehrwertsteuer.

Klima und Kleidung

Das feuchtheiße Klima in den wirtschaftlichen Ballungsgebieten an der Mittelmeerküste mit der Geschäftsmetropole Tel Aviv ist in den Monaten Juni bis Oktober für Personen, die das österreichische Klima gewohnt sind, eine gewisse Belastung. Alle Büros, Hotels, Restaurants und Fahrzeuge sind klimatisiert. Bei Reisen in den Sommermonaten ist leichte Kleidung bzw. ein heller Anzug von Vorteil, aber nicht Zwang. Auf Krawatte und korrekte Kleidung wird nur wenig Wert gelegt. Selbst in Banken und Regierungsämtern einschließlich Ministerbüros herrscht im Sommer das offene, kurzärmelige Hemd. Formelle Bekleidung wird eher als Belastung empfunden. Bei offiziellen Anlässen wird ein leichter Anzug empfohlen.

 

In Gaststätten, Hotels, Theater, Konzerten und bei Besuchen dominiert eher die modische Freizeitkleidung. Bei Reisen in den Monaten November bis April wird geraten, sich auch mit wärmeren Sakkos, Pullover, Regenmantel und Regenschirm auszustatten.

Unterkunft

Die Metropolen Tel Aviv, Haifa und Jerusalem verfügen über ein großes Angebot an 4 und 5 Sterne Hotels, die alle von Österreich aus gebucht werden können. Die Ausstattung der Hotels orientiert sich an den internationalen Maßstäben.

 

Die Preise der Apartments/Hotelzimmer erstrecken sich von US $50.- für Übernachtung in einem Apartment bis zu US $350-450,- in Luxusherbergen. Die Preise sind meist verhandelbar.

Israel ist keine preisgünstiges Reiseland

Im Allgemeinen liegen die Preise auf europäischem Niveau, viele Restaurants sind recht teuer. Ein gutes Frühstück in einem Café kostet umgerechnet ca. € 8.-, ein Mittagessen etwa € 10.- bis € 20,-, ein Abendessen (ohne Getränke) ist mit € 15,- und Aufwärts zu veranschlagen. Es gibt in Tel Aviv oder Jerusalem einige SB-Restaurants, die erheblich billiger sind. In Gaststätten, Café und Pubs ist es üblich, dem Rechnungsbetrag, den man fast überall auch mit Kreditkarte bezahlen kann, ein Trinkgeld von ca. 10-15% in bar hinzuzufügen.

Sicherheit bei Umsicht kein Problem

Über seine persönliche Sicherheit braucht man sich bei Einhaltung gewisser Verhaltensregeln keine besonderen Sorgen zu machen. Auf Grund der dauernden Terrorbedrohung durch radikale palästinensische Gruppen, sollen bei Geschäftsreisen nach Israel folgende Regeln beachtet werden:

  • Meiden Sie Ballungszentren, Menschenansammlungen, Großkaufhäuser usw.
  • Benutzen Sie keine öffentlichen Verkehrsmittel, leisten Sie sich ein Taxi, sofern Sie von Ihrem Geschäftspartner nicht ohnehin mit dem PKW abgeholt werden.
  • Befolgen Sie die Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte.

 

Bei Befolgung der wesentlichsten Sicherheitshinweise, können Sie das Sicherheitsrisiko auf ein normales Maß reduzieren. Aktuelle Sicherheitshinweise können Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten abrufen.

 

Die ärztliche Versorgung ist auf europäischem Niveau. In allen Städten gibt es gut ausgerüstete Krankenhäuser, Privatkliniken, Apotheken und Privatärzte, die auch mit den Hotels in Verbindung stehen. Der Magen David Adom (entspricht dem Roten Kreuz) leistet Erste Hilfe rund um die Uhr. Beim Umgang mit Speisen und Getränken ist keine besondere Vorsicht notwendig.

Vom Umgang mit Geschäftspartnern

Bei der Anbahnung von Geschäftskontakten in Israel und beim Ausbau bereits bestehender Verbindungen sollte man sich immer die Tatsache vor Augen halten, dass der 1948 gegründete jüdische Staat verhältnismäßig jung ist. Sicherheitsfragen und innenpolitische Überlegungen spielen eine wichtige Rolle. Daran haben der nahöstliche Friedensprozess, die schwierige Aussöhnung mit den Palästinensern, die Abkommen mit Jordanien und die beginnende arabische Akzeptanz Israels als integraler Teil der Region bisher nichts geändert. Außerdem ist Israel ein Einwanderungsland und daher in ständiger Bewegung. Die Integration von bisher fast einer Million Neueinwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Äthiopien seit 1991 führte zur Veränderung der politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Landschaft. Die Gründergeneration, die den politischen und wirtschaftlichen Charakter des Landes geprägt hat, ist bereits abgetreten. An ihre Stelle trat ein in seiner Mentalität ganz anderer Menschenschlag von tüchtigen und ambitionierten Geschäftsleuten, die oft eine Mischung aus US-Management und orientalischer Gelassenheit demonstrieren.

Zurückhaltung bei politischen Themen

Israelis sind der Regierung und ihrem Land gegenüber oftmals sehr kritisch eingestellt und nehmen auch in Gegenwart eines ausländischen Gastes kein Blatt vor den Mund. Ausländer sind in dieser Situation gut beraten, ohne Kommentar zuzuhören, denn ähnliche Kritik aus dem Mund des Gastes hört man nicht gern. Politische Themen sollten deshalb möglichst ausgeklammert werden und das Gespräch auf kulturelle Fragen, die Schönheit des Landes, Sport, Auslandsreisen und die vielen interessanten Eindrücke, die man bereits gewonnen hat, gelenkt werden. Es ist empfehlenswert, die gute Küche der Hausfrau, das Heim und den gepflegten Garten zu loben. Die Mehrzahl der Israelis sind auf ihre materiellen Errungenschaften sehr stolz.

 

Österreichische Geschäftsleute sollten in privaten Gesprächen das Thema Holocaust und die dunklen Jahre der Vergangenheit nicht ansprechen. Auch Bemerkungen, wie „meine Familie hat viele jüdische Bekannte und Freunde“, sind besser zu unterlassen. Der Handschlag ist übrigens in Israel durchaus üblich. Nehmen Sie ferner an einem freundlichen Schulterklopfen oder einer leichten Umarmung keinen Anstoß.

Lockere, aber gezielte Verhandlungen

Gesprächstermine kann man in Israel sehr kurzfristig, auch an Feiertagen und Wochenenden, festlegen. Ebenso leicht und informell können sie wieder abgeändert werden. Eventuelle Verspätungen bis zu 30 Minuten werden nicht übel genommen. Wichtige oder sogar entscheidende Sitzungen und Beratungen finden oft erst in den fortgeschrittenen Abend- und Nachtstunden statt, mit der Begründung „Da stören uns keine lästigen Telefonanrufe“. Es ist nicht ungewöhnlich, den Gesprächspartner auch zwischen 21.00 Uhr und 24.00 Uhr anzurufen. Es ist zeitsparend, in Israel gleich die obere Entscheidungsebene anzusprechen. Die Führungsorganisation israelischer Firmen und Unternehmen ist ziemlich zentralistisch. Zahlenmaterial und sonstige Details sollten schriftlich unterbreitet werden. Auch wenn man den Eindruck gewinnt, dass der Gesprächspartner „schwimmt“, sollte man es unterlassen, belehrend aufzutreten.

 

Der Führungsstil der jüngeren Generation israelischer Geschäftsleute ist vom langen Militärdienst geprägt. Viele Personen in führenden Positionen waren hohe Offiziere im aktiven Dienst, die nach ihrem Ruhestand mit 40 bis 45 Jahren in der Wirtschaft oder Verwaltung eine zweite Karriere starteten. Während die ältere, aus Europa stammende Generation konservativ denkt und Experimente meidet, sind jüngere Unternehmer eher bereit, gewisse Risiken einzugehen.

Improvisation hat hohen Stellenwert

Als österreichische Geschäftsfrau, bzw. österreichischer Geschäftsmann sollten Sie sich bei den Kontakten mit israelischen Gesprächspartnern nicht daran stoßen, wenn gewisse in Europa übliche Gepflogenheiten ignoriert werden. Die Suche nach praktischen und schnellen Lösungen genießt einen hohen Stellenwert, wobei auch „originelle“ Vorschläge sehr geschätzt werden. Es ist üblich, wichtige ausländische Besucher vom Flughafen Ben Gurion abzuholen und ins Hotel zu bringen. Die Einladung zu einem Mittag- oder Abendessen zählt zu den Gepflogenheiten. Abendessen beginnen kaum vor 21.00 Uhr und können bis nach Mitternacht andauern. Geschäftliche Gespräche beginnen oft schon um 7.30 Uhr, in den heißen Sommermonaten sogar um 7.00 Uhr. Die Ministerien und öffentlichen Ämter sind ab 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet.

 

Oft werden Geschäftspartner aufgefordert, Krawatte und Jackett abzulegen und „es sich bequem zu machen“. Auch in klimatisierten Büros, Hotellobbys und Sitzungsräumen ist es üblich, im amerikanischen Stil zu verfahren und die Gespräche im Hemd und ohne Schlips zu führen. „Overdressed“ aufzutreten schafft eher Unbehagen und könnte das Ambiente nachteilig beeinflussen. Persönliche Kontakte sind in Israel wichtig, in den meisten Fällen unumgänglich. Der israelische Händler oder Produzent will seinem Gesprächspartner „in die Augen schauen“ und die Reaktionen beobachten. Werbebriefe finden nur geringe Beachtung. Hingegen sind Kataloge, ausführliche Prospekte und einschlägiges Material gefragt, das dem israelischen Geschäftspartner die Seriosität des Angebots übermittelt. Die Verwendung von in Österreich üblichen Titeln in Geschäftsbriefen sollte besser unterlassen werden. Blumenreiche Formulierungen werden nicht geschätzt. Es ist vorteilhafter, gleich zur Sache zu kommen. Guten Eindruck hinterlässt ein Schreiben, das nicht nur mit dem üblichen „Hochachtungsvoll“ oder „Mit freundlichen Grüßen“ abgeschlossen wird, sondern auch die landesübliche Grußform „Schalom“ enthält.

Es darf auch „gefeilscht“ werden

Israelische Geschäftsleute sind mit technischen Details kaum zu beeindrucken, weil sie selbst gut informiert sind, Israel ein Hightech Land ist und Konkurrenzangebote kennen. Die Mehrzahl sind harte Verhandlungspartner. Der Israeli geht davon aus, dass er sich hinsichtlich Service, Pünktlichkeit der Lieferungen und Qualität auf österreichische Partner besonders verlassen kann. Bei den Gesprächen über Preise und Zahlungsmodalitäten gehört Feilschen „zum guten Ton“. Falls der israelische Gesprächspartner den erstbesten Preis akzeptiert, ist sogar Vorsicht geboten. Dann wäre es ratsam, seine Bonität zu prüfen. Der Hinweis auf den letzten technischen Stand des Produktes beeindruckt nicht, da High-Tech-Erzeugnisse hier die Regel und nicht die Ausnahme sind. Selbst gut gemeinte diesbezügliche Bemerkungen könnten als überhebliche Einstufung Israels als Entwicklungsland interpretiert werden.

 

Der israelische Geschäftsmann ist in der Regel gastfreundlich. Im Restaurant übernimmt er die Rechnung. Ist der ausländische Gast zu Hause eingeladen, ist es üblich, Blumen oder den Kindern ein Geschenk mitzubringen. Auch kleine Werbegeschenke finden Anklang. Die hier übliche Art der Annäherung ist oft überraschend direkt. Ziemlich unverblümt werden Fragen über die Familie des Gastes, über geschäftliche Details, über Gehälter und Börseninvestitionen gestellt. Man sollte daran keinen Anstoß nehmen.

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